Mit offenen Augen durch die Krise

Das Fundament eines jeden Unternehmens sind Zahlen: Wie hoch ist der Umsatz, wie hoch sind die Kosten, wie hoch ist der Gewinn? Gerade in einer Rezession ist es wichtiger denn je, diese Zahlen jederzeit im Blick zu haben. Großunternehmen setzen hierfür auf ebenso aufwändige wie kostspielige IT-Lösungen, während sich kleinere und mittlere Unternehmen nicht selten mit einfachen Excel-Dateien und einem Steuerberater behelfen. Das ist jedoch eindeutig zu wenig, um für eine Krise gerüstet zu sein. Dabei müssen professionelle ITLösungen für Warenwirtschaft und Rechnungswesen nicht teuer sein ...

Die österreichische Wirtschaft steht vor einer lang anhaltenden Rezession. Kleinere Unternehmen und Mittelständler müssen sich nun sorgfältig vorbereiten, um ihre Existenz langfristig zu sichern. Wichtigste Voraussetzung dafür ist die präzise Kenntnis der eigenen Geschäftszahlen.

Was so einfach und selbstverständlich klingt, erweist sich in der Praxis als hochkomplexe Aufgabe: Unzählige Kostenstellen müssen tagesaktuell beobachtet werden, ebenso Aussenstände, Lagerhaltung, Personal und vieles mehr. Ab einer gewissen Unternehmensgröße sind hierfür ebenso komplizierte wie kostspielige IT-Lösungen im Einsatz. Hilfreiche Werkzeuge – ungeeignet jedoch für kleine und mittlere Unternehmen, da sie sowohl im Preis als auch vom Umfang her völlig überdimensioniert sind.

Behelfsweise verlassen sich Mittelständler daher auf ihren Steuerberater und einen Wust von Excel-Listen. Die Nachteile einer solchen Behelfslösung bekommen die Unternehmen in Krisenzeiten schneller zu spüren, als ihnen lieb sein kann. Denn die anstehenden zentralen Maßnahmen, die über Wohl und Wehe des Unternehmens entscheiden, können nur auf Basis einer soliden Datengrundlage  getroffen werden: „Nur wer genau weiß, wo das Unternehmen in der Gegenwart steht, kann auch den  richtigen Kurs für die Zukunft bestimmen“, erklärt Michael Richter von SelectLine, einem auf kleine  und mittlere Unternehmen spezialisierten Anbieter kaufmännischer Softwarelösungen.

Doch die Datengrundlage in den meisten mittelständischen Unternehmen ist ganz überwiegend so  schlecht, dass diese Unternehmen den Handlungsbedarf meist erst dann erkennen, wenn es bereits  zu spät ist. Auf die Frage, warum Unternehmen in die Pleite gehen, stellte Siegfried Beck,  Vorsitzender des Insolvenzverwalterverbandes VID, erst Anfang November nüchtern fest „Die  Unternehmer kennen ihre eigenen Zahlen nicht.“

Maximale Transparenz

Unternehmen hingegen, die bei Warenwirtschaft, Finanzbuchhaltung und Controlling auf eine  professionelle kaufmännische IT-Lösung setzen, profitieren von einem deutlichen Zugewinn an  Transparenz. Alle zentralen Kennzahlen – Lagerdaten, , Außenstände, Bestellungen, Einkauf, usw. –  sind zu jeder Zeit aktuell abrufbar. Auf diese Weise werden nicht nur zuvor unbekannte  Zusammenhänge sichtbar. Durch die Verknüpfung und Beschleunigung von Prozessen lassen sich  auch unnötige Kostentreiber identifizieren und ausmerzen.

Beispiel Auftragsabwicklung: Sobald in einem Unternehmen ein Auftrag eingeht, gilt es zu prüfen,  inwieweit dieser neue Bestellungen bei den Lieferanten notwendig macht. Um diese in geeigneter  Größe zu tätigen, müssen verschiedene Informationen abgerufen werden: Was genau wird benötigt,  in welcher Größenordnung und von wem? Was liegt vielleicht schon auf Lager? Und vor allem: Ist der  Verkaufspreis überhaupt noch kostendeckend? Die hierfür notwendigen Informationen können über  eine Warenwirtschafts-Lösung zeitsparend auf Knopfdruck abgerufen werden. Anschließend erstellt  die Software eigenständig die notwendigen Bestellungen beim Lieferanten. Sobald der Wareneingang  gebucht ist, wird der Auftrag beendet und automatisch eine Rechnung produziert.

„Der Zeitraum zwischen Eingangs- und Ausgangsrechnung wird auf diese Weise minimiert – für  nahezu jedes Unternehmen ein bedeutender Mehrwert“, erklärt Richter. „Zusätzlich werden durch die  schnelle Weitergabe, Erfassung und Aktualisierung aller relevanten Daten unnötige oder  überdimensionierte Bestellungen wirkungsvoll verhindert.“ Der Hintergrund: Eine umfangreiche  Lagerhaltung ist nicht nur teuer, sondern bindet insbesondere auch Liquidität. Diese aber wird an  anderer Stelle oft dringend benötigt und wird dann entweder durch teure Kredite gewährleistet oder –  schlimmer noch – fehlt ganz einfach. „Oft hat sich bei Unternehmen in fetten Zeiten eine gewisse  Nachlässigkeit eingeschlichen“, berichtet Richter von seinen Erfahrungen. „Um Ablaufprobleme dieser  Art zu lösen, muss man sie zunächst aber als solche identifizieren.“

Liquidität sichern

Um eine maximale Transparenz zu gewährleisten, sind die einzelnen Anwendungen einer  professionellen kaufmännischen IT-Lösung (Warenwirtschaft, Rechnungswesen, Lohn & Gehalt) im  Optimalfall so miteinander verzahnt, dass sämtliche Daten bei Bedarf direkt von einem System in das  andere übernommen werden. In dem Fall wird der zu zahlende Betrag nach dem Rechnungsdruck  automatisch in das Rechungswesen transportiert und kann ohne Zeitverzögerung von der  Buchhaltung weiterbearbeitet werden. Neben der Zeitersparnis bietet diese Verknüpfung einen  weiteren, wichtigen Vorteil „Das Rechnungswesen bietet so immer eine vollständige Übersicht über  die noch offenen Posten“, so Richter. „Die Folge sind zeitnahe Zahlungseingänge und damit eine  ständige Zuführung von Liquidität.“

Obwohl gerade eine ausreichende Liquidität insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen  überlebenswichtig ist, scheuen diese meist vor einer Investition in eine professionelle IT-Lösung  zurück. „Oft wird dann argumentiert, ‚Das haben wir schon immer so gemacht’“, erklärt Richter. „Der  Mehrwert, den kaufmännische Anwendungen sowohl in Arbeits- als auch vor allem in der  Kostenersparnis bieten, wird dabei schlicht und einfach ignoriert.“ Dabei werden die Kosten für eine  funktionale kaufmännische Software oftmals überschätzt. „Um die Kosten niedrig zu halten, haben wir  den Fokus bei der Entwicklung unserer Software Produkte vor allem auch auf eine schnelle und  einfache Implementierung gelegt“. Denn: Nicht selten ist es der Installations- und  Anpassungsaufwand, der den Löwenanteil der Kosten ausmacht. Kann dieser Aufwand wie bei  SelectLine-Produkten deutlich reduziert werden, hat sich die Investition in der Regel schon nach  kurzer Zeit amortisiert.

Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass nicht nur das operative Geschäft von dem Zugewinn  an Transparenz und Übersicht profitiert, sondern vor allem auch die Unternehmensführung. Durch  eine entsprechende Aufbereitung der Kennzahlen hat die Geschäftsführung jederzeit im Blick, mit wie  viel Prozent Erfüllungsgrad die Kennzahlen des laufenden Geschäftsjahres bereits erreicht sind.  „Durch den direkten Vergleich der aktuellen Unternehmenssituation mit den Vorjahren, wird deutlich,  wo das Unternehmen steht – und auf wie sicheren Beinen“, weiß Richter. Je nachdem wie der  Vergleich ausfällt, können dann die notwendigen strategischen Anpassungen eingeleitet werden.

Planungsszenarien als Frühwarnsystem

Kluge Unternehmer suchen dabei den Blick in die Zukunft und nutzen Controlling-Programme, um  Planungsszenarien zu entwerfen und verschiedene Handlungsstrategien zu bewerten. Wie wirkt sich  ein Umsatzrückgang von 5 Prozent aus? Wie greifen etwaige Gegenmaßnahmen, um die finanzielle  Stabilität zu gewährleisten? Unternehmen, die die Basis für ein funktionierendes Frühwarnsystem  schaffen und dieses zu nutzen wissen, sind vor bösen Überraschungen sicher. Und können bei einer  negativen Entwicklung der Unternehmenszahlen frühzeitig reagieren.  Wird z.B. rechtzeitig erkannt, dass finanzielle Engpässe drohen und ein Zufluss von Fremdkapital  unausweichlich wird, reagieren auch die Baanken deutlich kooperativer, als wenn die Finanzsituation  bereits unternehmensbedrohliche Ausmaße angenommen hat. Nicht zuletzt ist eine übersichtlich  geführte Finanzbuchhaltung auch die entscheidende Voraussetzung für eine positive Bonitätsprüfung  und das bankeninterne Rating. Und bringt dem Unternehmen damit den überlebenswichtigen  finanziellen Spielraum.

                                                                         Kontakt     Impressum    Disclaimer     Sitemap       Volltextsuche